Rosengarten
und Latemar sind, geologisch gesehen, Ruinen und gewaltige Überreste
von „gewachsenen“ Riffen und Stöcken. Korallenartige – organische Wesen
sonderten im warmen Trias-Meer Kalk ab. So entstanden in vielen
Jahrtausenden die Türme und Dome, deren gewaltige Architektur wir heute
noch bestaunen.
Der Kalkstein des Rosengartens und des Latemars besteht aus Kalzium-
und Magnesiumkarbonat und braust mit Säuren stärker auf als bei
herkömmlichen Kalkstein. Auf diese Gesteins- und Kalkart wurde
zuerst der französische Forscher Theodat de Dolomieu vor 200 Jahren
aufmerksam, als er zu Beginn der Französischen Revolution unsere Gegend
bereiste. Nach ihm wurde die gesamte Flucht von Bergen benannt, die
zwischen Eisack, Etsch, Rienz, Brenta, Piave und den Pustertaler Alpen
gelegen ist: Die Dolomiten. Wer mit offenen Augen auf Wanderungen Ausschau hält, findet vielleicht Jahrmillionen alte Zeugen der Erdgeschichte.
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